VOLLMOND IST

"Vollmond ist. Ich fahre durch die Nacht.

Hinter mir fährt seit einiger Zeit ein Auto. Fünf Jahre stand ich in einer Box in einem großen Stall. Nie hatte ich frische Luft. Ich gehöre zu den 95 Prozent der Kühe, die ihr Leben im Stall verbrachten. Nicht zu den fünf Prozent, die auch mal auf eine Wiese durften.

Vier Kinder habe ich geboren. Neun Monate habe ich sie ausgetragen. Nach der Geburt wurden sie mir noch am gleichen Tag weggenommen. Warum habe ich sie auf die Welt gebracht?

Mein Weinen und Wimmern und das meiner Kinder sieht und hört niemand. Viel Milch wurde von mir genommen, bis zu 50 Liter am Tag. Mein Euter schmerzte. 25- 30 Jahre könnte ich alt werden. Ich werde nur fünf Jahre. Der Grund dafür ist, meine Milchleistung lässt nach.

Ich werde den Tod meiner Artgenossen hören, sehen und riechen. Zehn Prozent wachen nach der Betäubung auf und spüren wie sie an einem Bein hochgezogen werden. Die Kehle wird dann aufgeschlitzt.

Ich fahre nach einem traurigen Leben meinem Tod entgegen. Die Frau hinter mir überholt. Wir schauen uns in die Augen. Sie wird gleich bitterlich weinen.

Ich kann es nicht mehr.

Vollmond ist.“


Freitag Nacht

Es ist Freitag Nacht und ich fahre nach Hause. Ich überlege wie der Tag war und freue mich auf das Wochenende. Vor mir fährt ein Laster. Als ich überhole, sehe ich, dass es ein LKW mit Tieren ist. Ich schaue in die Augen von vielen Schweinen.

Früher hab ich bei den Lastern mit der Aufschrift "Lebende Tiere" gedacht, wie rücksichtsvoll, dass man auf die Tiere aufmerksam macht.

Leider steht für viele Menschen Wurst und Fleisch jeden Tag auf dem Speiseplan und gewitzelt wird darüber.

Welches Tierleid wirklich hinter jedem Bissen Fleisch steckt ist unfassbar.

Schweine sind intelligente Tiere, sie sind intelligenter als Hunde und mindestens genauso liebenswert.

Sie können fühlen. Sie sind sozial. Mütter würden für ihre Kinder Nester bauen und sie liebevoll versorgen.

Schweine spielen gerne und können bis zu 15 Jahre alt werden.


Die Tiere werden mit vier Wochen ihrer Mutter entrissen. Dann werden sie nach einem oft tagelangem Transport zum Mästen in dunklen dreckigen Ställen dicht zusammengedrängt auf Spaltböden ohne Streu, Beschäftigung, Sonnenlicht und frische Luft stehen.

 

Nach 5 Monaten haben sie ein Gewicht, dass ihr Körper dem Alter nach nicht tragen kann.

Sie werden auf die nächste Reise mit dem LKW geschickt. Dieses Mal haben sie vielleicht noch ein zweites Mal ein Stück Himmel gesehen und frische Luft gerochen.

Bei ihrer Ankunft  werden sie die Rampe runter in die nächste Hölle getrieben. Sie sind verängstigt, sie versuchen zu fliehen. Sie hören die Schreie ihrer Artgenossen, sie sehen diese zerteilt an der Decke baumeln, sie riechen den Tod. Bevor sie selbst zur Schlachtung getrieben und betäubt werden, ihre Halsschlagader aufgeschnitten wird, sie ausbluten und im Brühbad landen. Oft erleben Schweine unzureichend betäubt ihren Tod und beginnende Zerlegung bei vollem Bewusstsein.

Ich bin zu Hause angekommen und höre den Wind.

Ich bin unendlich traurig und denke an die weitere Fahrt der Tiere.


Biohaltung ist keine Alternative

Gestern sah ich einen Opa ein Plüschschaf kaufen. Freudig hielt er es in seinen Händen. Dieses wird er eventuell seinem Enkelkind schenken und diesem das Gefühl von tiefer Geborgenheit geben.
Warum? Tiere sind der Inbegriff vom Paradies. Sie geben uns Liebe und Ausgeglichenheit.

Was geben wir den Tieren?

Warum verschenken wir Plüschtiere und versorgen liebevoll unsere Haustiere, wenn wir Nutztiere millionenfach produzieren, quälen und diese in einen frühen Tod treiben? Auch diese Tiere fühlen, haben Angst, empfinden Schmerzen.


Jedes Jahr freue ich mich auf das Osterfest. Für Nutztiere ist Ostern jedoch keine Freude.


Fast alle Schafe werden ihres Fleisches wegen gehalten. Jedes Jahr werden in Deutschland ein bis zwei Millionen Schafe, meistens Lämmchen, geschlachtet.
Die Lämmer kommen wegen des Osterfestes statt im Herbst und Frühling im Winter zur Welt.
Die Mütter werden künstlich befruchtet, sie gebären wegen der Wirtschaftlichkeit statt in jedem Jahr ein Lämmchen, alle zwei Jahre drei Lämmchen. Nach fünf Geburten werden die verschlissenen Mütter aussortiert und wie ihre Kinder geschlachtet.


Besonders beliebt zu Ostern sind Milchlämmer.
Milchlämmer sind Säuglinge, die noch von der Mutter trinken. Die Milchlämmer haben sehr helles und zartes Fleisch, da es Babyfleisch ist.
Die Milchlämmer werden im Alter von 2- 6 Monaten von ihren Müttern weggerissen und geschlachtet. Ihnen werden Elektrozangen auf dem Kopf gelegt und ein Schock wird ausgelöst, der epileptische Krämpfe verursachen und dann zur Bewusstlosigkeit führen soll.
Während der Schlachtung kommt es immer wieder vor, dass die Lämmer das Bewusstsein wiedererlangen, da die Betäubung nicht wirksam ist. Den Lämmern wird die Hauptschlagader am Hals durchtrennt und sie bluten aus.

Auch alle anderen Tiere wie Hühner, Kälber, Schweine, Kaninchen erreichen nur ein Baby- bzw.  Kleinkindalter, das mit der Schlachtung endet. Auch in der Biohaltung.

 

Biohaltung ist keine Alternative. Biohaltung bedeutet, dass die Tiere möglichst wenig gentechnisch verändertes Futter und wenig Antibiotika bekommen, damit nicht zu viel davon im Fleisch bleibt.

 

Manche Tiere bekommen einen Namen, manche haben kurze Zeit Einstreu.

 

Platzmangel, frühzeitige Trennung von der Mutter, zu lange Transporte und zu frühen Tod prägen jedoch auch ihr Leben. Dieser Tiere werden in denselben Schlachthäusern getötet wie auch die anderen Tiere.


EIN GRAD NACHTS

Wer fährt bei einem Grad nachts mit offenem Fenster in seinem Auto?

 

Keine Mutter mit ihren Kindern. Kein Mensch mit seinem Hund oder seiner Katze. Kein Raucher.

 

Ich fahre nachts bei einem Grad an einem Tiertransporter vorbei.

 

Ich sehe dieses Mal nicht wie sonst Tieraugen, die mich anschauen. Nur an die offenen Fenster gedrückten Körper von frierenden Kühen.

 

Was lassen wir den Tieren alles antun?

 

Kälte, Hitze, entzogene Mutterliebe, Gewalt und frühzeitigen Tod.

 

So kalt wie die Außentemperatur erscheint mir die Kälte der Menschen.


Gewohnheiten

"Die Menschen gehen lieber zugrunde, als dass sie ihre Gewohnheiten ändern.“ Leo Tolstoi.

 

Es gibt nicht Grösseres, was mir beim Wunsch etwas zu ändern, im Wege steht als ich selbst.

 

Oft bin ich von etwas berührt und wünsche mir etwas zu ändern.

So war es auch mit dem Wunsch, keine Tiere mehr zu essen.


Doch dann war ich in meinem alltäglichen Ablauf und nahm mir keine Zeit für Neuorienierung und Veränderung. Zusätzlich kamen Widerstände aus meinem Umfeld, das auch keine Veränderung wünschte sowie Weisheiten, die mir vermittelt wurden.


Und ich halte gerne an meinen Gewohnheiten fest.


Lange genug hab ich das Märchen vom Metzger nebenan geglaubt, den Tieren ist es gut gegangen.

Und ich habe auch mal beim Aldi Wurst geholt, im Irrglauben, die Tiere sind ja sowieso schon tot.


Als ich mich dann entschloss, etwas zu ändern, war ich sehr erleichtert.

 

Ich wünschte mir jedoch, den Entschluss schon früher gefasst zu haben.


Quellen:  www.peta.de

                www.freiheit-fuer-tiere.de